Niemals vergessen!
Unter dem Motto "Niemals vergessen - niemals wiederholen" stieg in Innsbruck am Donnerstagmorgen eine fünfköpfige "Friedenstruppe" auf das Fahrrad - das Ziel ist Srebrenica... und der Weg natürlich.
Innsbruck - "Den Massakern von Srebrenica fielen 10.000 Menschen zum Opfer", sagt Senad Nesimovic vom bosnisch-islamischen Kulturverein Innsbruck, der die Radtour nach Srebrenica zum vierten Mal organisiert, erstmals wird von Innsbruck aus gestartet. "Diese Menschen sind unter den denkbar grausamsten Umständen getötet worden, den wenigsten gelang die Flucht. Mit unserer Reise wollen wir an die Opfer erinnern und ein Zeichen dafür setzen, dass sich so eine Katastrophe nie mehr wiederholt."
1200 km
Die fünfköpfige Crew - bestehend aus drei Bosniern und zwei Tirolern - wird in sieben Tagen 1200 km zurücklegen, um ihr Ziel zu erreichen und in Srebrenica mit weiteren 100 Teilnehmern, die unterwegs zu ihnen stoßen werden, an die Opfer zu gedenken.
"Die mühsame Fahrt mit dem Fahrrad soll auch ein wenig an die Strapazen der Kriegsopfer erinnern, die fliehen konnten und tage- und wochenlang durch Wälder irrten, um in Sicherheit zu gelangen", erklärt Hobbyradler Durmus Gamsiz vom Innsbrucker Institut "Friede", das sich in Tirol seit Jahren für interreligiösen und interkulturellen Dialog einsetzt. "Ich habe bereits letztes Jahr an der Tour teilgenommen. Die Erfahrungen, die ich unterwegs gemacht habe, die Erzählungen von Überlebenden und an KZs erinnernde Lager, haben mich tief bewegt und sehr betroffen gemacht. Wenn ich an die Geschichten von kroatischen und serbischen Familien denke, die unter Lebensgefahr fliehende Bosnier bei sich aufgenommen haben, läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter."
Reisesegen
Die "Reise nach Srebrenica" begann am Donnerstag um 08:15 Uhr am Karl-Rahner-Platz in Innsbruck, kurz zuvor wurde für die Teilnehmer vom Imam des bosnisch-islamischen Kulturvereins ebenso wie von Prof. Jozef Niewiadomski vom Innsbrucker Theologie-Institut ein Reisesegen ausgesprochen.
"Wir möchten dieses Projekt auch im nächsten Jahr wieder angehen", schwärmt Nesimovic. "Meine Vision ist die, dass irgendwann Radfahrer aus ganz Europa daran teilnehmen werden und wir uns zu Tausenden in Srebrenica treffen, um an dieses finstere Kapitel unserer Geschichte zu erinnern und vielleicht einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass solche Entwicklungen in Zukunft rechtzeitig erkannt und im Keim erstickt werden."
Am Donnerstagmorgen begann das fünfköpfige Team seine
Radtour von Innsbruck nach Srebrenica. Ganz rechts: Prof. Jozef
Niewiadomski vom Innsbrucker Theologie-Institut, der vor der
Abreise einen Reisesegen sprach. Bild: Baltaci
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