Nach einigen bitteren Nachkriegsjahren erlebte auch Tirol einen wahren Wirtschaftsaufschwung. In den 1960er Jahren wurden Gastarbeiter aus Jugoslawien und der Türkei angeworben. Die Wirtschaft brauchte Hilfsarbeiter, vornehmlich für den Bau, auch für das Textilgewerbe. Menschen kamen, Menschen aus anderen Kulturkreisen, viele mit muslimischer Tradition. Es kamen Arbeiter, manchmal auch Flüchtlinge. Später in den 90er Jahren kamen auf Grund von Kriegswirren einige Hunderte Bosnier nach Tirol, auch Kosovoalbaner - die meisten muslimischer Tradition, Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2001 benannten insgesamt 27.117 Menschen den Islam als ihr Religionsbekenntnis. In der 1. Sure des Korans bekennen Moslems: „Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen ... Allah ist der alleinige, der einzige und ewige Gott..." Die meisten Moslems in Tirol sind Sunniete, einige wenige Schiiten, viele sind Aleviten. Für alle ist Jesus ein großer Prophet und Mohammed (570-632 n. Chr.) der letzte und größte Prophet.


Viele Moslems sind inzwischen in Tirol daheim. Es gibt circa 40 muslimische Gebetsräume, davon in Innsbruck sechs. Moschee im eigentlichen Sinne gibt es in Tirol noch keine, das wäre ein eigenes Gebetshaus mit Minarett

Die islamische Glaubensgemeinschaft ist in Osterreich als religiöse Gemeinschaft anerkannt, deswegen kann der Islam als Glaubenslehre in den unterrichtet werden. Ausgebildete Lehrer und Lehrerinen stehen hiermit als muslimische ReligionslehrerInnee im öffentlichen Dienst.

Die älteste und wohl wichtigste Spur der islamischen Tradition befindet sich in Innsbruck/Pradl: ein Friedhof. In Zeiten der Monarchie, mit Ende des Ersten Weltkrieges war es selbstverständlich, den Soldaten der bosniakischen k. u. k. Armee ein eigenes Gräberfeld zu widmen. Die verstorbenen oder gefallenen Soldaten wurden mit Blick nach Mekka begraben. Den großen Stein ziert ein roter Fez. aus Stein nachgebildet. Am Fußende steht jeweils ein kleiner Stein: wohl aus Respekt vor den Toten wurde auf das christliche Symbol des Kreuzes verzichtet.

In Zeiten der Monarchie, mit Ende des Ersten Weltkrieges war es selbstverständlich, den Soldaten der bosniakischen k. u. k. Armee ein eigenes Gräberfeld zu widmen. Die verstorbenen oder gefallenen Soldaten wurden mit Blick nach Mekka begraben. Den großen Stein ziert ein roter Fez. aus Stein nachgebildet. Am Fußende steht jeweils ein kleiner Stein: wohl aus Respekt vor den Toten wurde auf das christliche Symbol des Kreuzes verzichtet.

Inzwischen gibt es in Tirol Moslems aus verschiedensten Kulturkreisen: Sie kommen aus der Türkei, aus Bosnien, aus Nordafrika und Ostafrika, einige wenige auch aus Asien. Die Moslems treffen sich in verschiedenen moslemischen Gebetsräumen, je nach Nationalität, manchmal auch nach politischen Tendenzen. Gemeinsam ist allen der unabdingbare Monotheismus, gemeinsam ist allen der Koran, das Zitieren des Korans in arabischer Sprache, in welcher sie an Mohammed geoffenbart wurde. Gemeinsam die Tradition des Betens, Fastens und Almosen Gebens. So versammeln sich am Ende des Fastenmonats Ramadan durchwegs an die 1.000 Gläubige, meist in großen kommunalen Einrichtungen bzw. Zentren.

Ist Islam in Österreich öffentlich lebbar? Yeliz (Studentin, 26 fahre) ist Österreicherin türkischer Herkunft. „Manchmal verstehen die Mitmenschen nicht, warum wir unsere religiösen Bräuche hier pflegen wollen. Man witzelt, weil wir keinen Alkohol trinken wollen. Frauen mit Kopftuch werden oft belächelt, auch der Brauch, nur ‚reines, d.h. nach Vorschrift geschächtetes Fleisch genießen zu wollen, wird nicht von allen Tirolern toleriert. Bewundert wird die Konsequenz des Fastens, wenn ich im Ramadan aus tiefster Überzeugung heraus faste, um Gott die Ehre zu geben." Yeliz ist zudem Mitglied der „Christlich-Muslimischen Dialoggruppe"(gegründet 1996), in der sich überzeugte Christen und Moslems treffen. Sie pflegen den Dialog, gehen auch an die Öffentlichkeit, z.B. gehen sie in Schulen, um Kindern und jugendlichen zu erklären, was Sache ist, und um Vorurteile abzubauen
Gleich nach dem 11. September 2001, dem Tag des schrecklichen Attentats auf das World Trade Center in New York, trafen sich Moslems und Christen im Caritas Integrationshaus in Innsbruck/Pradl in der Gumppstraße 71, um daselbst unermüdlich zu bekunden, dass Islam heißt, dem Frieden zu dienen, und doch auch, dass eine der zentralen christlichen Botschaften die Friedensbotschaft ist, Zuerst wurden im moslemischen Gebetsraum, dann in der ökumenischen Kapelle dessen gedacht und gemeinsam gebetet. Kapelle und mosche


10-Jahres-Jubiläum des bosnisch-islamischen Vereins von Tirol/nnsbruck, Fest
ansprache
Gebetsnische und Kanzel im Caritas Integrationshaus


limischer Gebetsraum befinden sich unter einem Dach. Es ist gut, gemeinsam zu leben.
Vorn ersten bescheidenen Minarett Tirols in der Gumpstraße 71 ertönt jeden Freitng ein Gebetsruf „Gott ist groß...Kommt zum Gebet!" Einige Stunden später läutet eine kleine Glocke zum Abendgebet in der Kapelle. Minarett und Gl ckenturm erbauten jugendliche innerhalb von 72 Stunden. Das schone Kupferdach mit Halbmond wurde von einem Moslem hergestellt Er hat es gern gemacht. Als Spengler hat er bis dato ausschließlich Kirchtürme gedeckt und restauriert Anlässlich des ersten Gebetsrufes haben sogar einige Nachbarn das Fenster aufgemacht, um die Stimme des Muezzin zu hören
Die meisten Tiroler Moslems und Christenwünschen sich ein gutes Zusammenleben.



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